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Ganztagesbetrieb für die MER

 
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psx
Administrator
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Anmeldungsdatum: 22.06.2003
Beiträge: 7
Wohnort: Aspach

BeitragVerfasst am: 26.10.2004, 14:38    Titel: Ganztagesbetrieb für die MER Antworten mit Zitat

Zitat:
Ganztagesbetrieb ist nur mit Zuschuss möglich


Backnang: Die Stadt erweitert ihr schulisches Betreuungsangebot. Einstimmig folgte der Gemeinderat dem Verwaltungsvorschlag, aus der Max-Eyth-Realschule eine Ganztagesschule zu machen. Voraussetzung: Der Bund gewährt einen ordentlichen Zuschuss zu den notwendigen Investitionen und die Umlandgemeinden beteiligen sich angemessen.


VON REINHARD FIEDLER

"Schule als Lebensraum" ein schon seit Jahren existierender pädagogischer Grundsatz, der aber gerade jetzt in den Vordergrund tritt und mehr denn je seine Berechtigung erhält. Weil sich die Schulen zunehmend den veränderten Bedingungen, unter denen Kinder aufwachsen, stellen und weil auch die Lehrpläne dafür sorgen, dass sich Kinder heute länger an der Schule aufhalten (müssen), als dies früher der Fall war. "Doch wie können wir Lebensraum sein, wenn uns der Raum fehlt?" Eine rhetorische Frage von Heinz Harter vor dem Gemeinderat. Der Leiter der Max-Eyth-Realschule machte unter anderem auf diese Weise deutlich, dass Mittagessen- und Betreuungsangebote nur dann möglich sind, wenn dafür die räumlichen Voraussetzungen vorhanden sind. Und das ist derzeit eben nicht der Fall. Für 760 Max-Eyth-Realschüler gibt es in einem Holzpavillon einen Aufenthaltsraum mit gerade mal 60 Quadratmetern. Ein neuer Aufenthaltsraum also ist notwendig. Ebenso eine Aufwärmküche und eine Mensa, ein Raum für so genannte offene Freizeit, ein Stillarbeitsraum und so weiter und so weiter.

Derlei Um- und Ausbaumaßnahmen kosten Geld, nämlich knapp 1 Million Euro. Allein kann die gebeutelte Stadt eine solche Summe nie und nimmer aufbringen, also hofft man auf einen 900 000-Euro-Zuschuss aus einem Bundesinvestitionsförderprogramm, das den Namen "Zukunft, Bildung und Betreuung (IZBB)" trägt. Den Rest müsste die Stadt schultern unter "angemessener Beteiligung der Kommunen, aus denen Schüler diese Schule besuchen", wie es in der Sitzungsvorlage heißt. Vergessen werden dürfen auch nicht die jährlichen Folgekosten. Die Stadtverwaltung geht von mindestens 60 000 Euro aus. Bei diesem Betrag bleibt es aber nur, wenn Kooperationsmöglichkeiten mit dem benachbarten Max-BornGymnasium ausgeschöpft werden, wenn die Personal- und Sachkosten auf ein Mindestmaß reduziert werden, wenn sich Eltern wie versprochen ehrenamtlich beispielsweise bei der Essensausgabe einbringen und wenn eben auch die Nachbargemeinden ihren Obolus beisteuern. Nur so ist das ganze Projekt machbar, wie Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper betonte, der ob der Folgekosten eh "starke Bauchschmerzen" befürchtet. Ob sich freilich die Bürgermeister und Gemeinderatsgremien aus dem Umland damit einverstanden erklären, ist zumindest fraglich. So hat beispielsweise Erster Bürgermeister Walter Schmitt ein nicht unbedingt ermutigendes Signal von seinem Aspacher Kollegen Hans-Jörg Weinbrenner erhalten. Schmitt: "Der war etwas reserviert, weil sich Aspach selbst keine Ganztagesbetreuung leisten kann."

Vielleicht hilft ein Argument von Heinz Harter: "Bitte betrachten Sie diese Aufwendungen nicht als Kosten, sondern als Investitionen in die Zukunft unserer Kinder." Ähnlich sieht es auch der Backnanger Gemeinderat. Heinz Franke (SPD), sagte beispielsweise, dass "uns nichts Besseres passieren kann, als die Schule als Lebensraum zu sehen", seine Parteifreundin Siglinde Lohrmann lobte das von Stadt, Schule und engagierten Eltern vorgelegte "tolle Konzept" ebenso wie Dr. Gerhard Ketterer (CDU) und dessen neue Kollegin Dr. Ute Ulfert, die das Augenmerk auch auf weitere Schulen legte: "Für die Gymnasien auch eine absolute Notwendigkeit". Ursula Hefter-Hövelborn (SPD) freute sich besonders darüber, dass das früher bei solchen Diskussionen im Sitzungssaal schwebende "ideologische Schreckgespenst" verschwunden sei. Aus schulrechtlichen Gründen nicht möglich ist die Umsetzung einer Idee von Erwin Höllring vom Bürgerforum Backnang (BFB), der vorschlug, eine Art Schülerpass einzuführen. Höllring wollte damit die möglicherweise zahlungsunwilligen Umlandgemeinden, "die Trittbrettfahrer in den Griff kriegen".

WORTWÖRTLICH

Früher hieß es, wir müssens machen, weil wir Zuschuss kriegen. Und jetzt heißt es: Hoffentlich bekommen wir keinen Zuschuss, dann müssen wirs nicht machen.

BWG-Stadtrat Dr. Lutz-Dietrich Schweizers eigenartige, fast böswillige Interpretation des Verwaltungsvorschlages, die beim OB sofort heftigen Widerspruch hervorrief.


Quelle: Backnanger Kreiszeitung
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